Das PDF ist nicht tot. Aber es hat seinen Alleinvertretungsanspruch verloren. Viele Unternehmen hängen an der PDF-Rechnung. Verständlich. Sie sieht aus wie die Rechnung, die man kennt. Sie kann geprüft, weitergeleitet, gedruckt und archiviert werden. Sie trägt Logo, Layout und Zahlungsinformationen. Sie ist menschlich angenehm. Nur: Als normale PDF-Datei ist sie künftig nicht automatisch das, was gesetzlich als E-Rechnung verstanden wird. Das ist der Punkt, der in vielen Gesprächen untergeht. Es geht nicht darum, dass niemand mehr eine Rechnung ansehen darf. Es geht darum, dass Rechnungsdaten strukturiert verarbeitet werden können.
Ein einfaches PDF ist dafür nicht ausreichend. Es enthält keine normierte, maschinenlesbare Rechnungsstruktur. Es ist ein Dokument, keine verlässliche Datenschnittstelle. ZUGFeRD ist deshalb für viele Unternehmen interessant, weil es die alte und die neue Welt verbindet. Die Rechnung bleibt als PDF sichtbar. Gleichzeitig ist ein XML-Datensatz eingebettet, der die relevanten Rechnungsdaten strukturiert enthält. Für Excel-Anwender klingt das fast ideal.
Man erstellt die Rechnung weiter aus der bekannten Vorlage, erzeugt aber nicht nur ein PDF, sondern eine strukturierte E-Rechnung. Der Kunde kann sie ansehen. Sein System kann sie verarbeiten. Aber Achtung: Das passiert nicht automatisch dadurch, dass man eine PDF-Datei anders nennt. Eine echte ZUGFeRD-Rechnung muss sauber erzeugt werden. Die XML-Daten müssen stimmen. Die Pflichtangaben müssen enthalten sein. Die Beträge müssen plausibel sein. Der strukturierte Teil darf nicht als nachträgliches Anhängsel behandelt werden. Sonst haben Sie am Ende ein schönes PDF mit einem problematischen Datenkern. Und genau dieser Datenkern wird wichtiger.
In der alten Welt wurde die Rechnung oft optisch kontrolliert: Steht alles drauf? Sieht es richtig aus? Ist die Summe korrekt? In der neuen Welt muss zusätzlich gefragt werden: Sind die strukturierten Daten korrekt? Kann der Empfänger sie verarbeiten? Stimmen sichtbare Darstellung und XML zusammen? Das ist kein Grund zur Panik. Aber ein guter Grund, den PDF-Prozess nicht zu verwechseln mit einem E-Rechnungsprozess. Wer heute Rechnungen aus Excel als PDF erstellt, hat bereits eine gute Ausgangsbasis: Die Daten entstehen digital, die Vorlage ist bekannt, der Ablauf ist eingespielt. Jetzt braucht dieser Ablauf einen sauberen strukturierten Ausgang. Nicht weniger. Aber eben auch nicht immer ein komplett neues System.
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