Am Ende prüft noch einmal jemand alles. Das ist in vielen Excel-Prozessen das gesamte Qualitätskonzept. Vorher dürfen Daten frei eingegeben, kopiert, überschrieben und per E-Mail verteilt werden. Ganz zum Schluss soll eine Person erkennen, was auf dem Weg schiefgelaufen ist.

Das ist keine Kontrolle. Das ist Fehlersuche unter Zeitdruck. Besser ist es, Fehler dort abzufangen, wo sie entstehen. Bei der Eingabe können Pflichtfelder, Auswahlwerte und Formate geprüft werden.

Beim Import kann kontrolliert werden, ob Datei, Spalten und Datentypen zum erwarteten Aufbau passen. Bei Berechnungen können Kontrollsummen und Grenzwerte Abweichungen sichtbar machen. Vor dem Export kann geprüft werden, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Vor einer verbindlichen Ausgabe kann eine Freigabe erforderlich sein.

So entsteht Qualität in mehreren Stufen. Wichtig ist, dass Hinweise verständlich sind. „Laufzeitfehler 13" hilft keinem Fachanwender. „In Zeile 24 fehlt eine gültige Kostenstelle. Der Export wurde nicht erstellt." dagegen schon.

Eine gute Fehlermeldung beantwortet drei Fragen:

  • Was ist passiert?
  • Wo liegt das Problem?
  • Was soll der Nutzer jetzt tun?

Auch Freigaben sollten bewusst eingesetzt werden. Nicht jeder Klick braucht das Vier-Augen-Prinzip. Wenn aber eine Datei Rechnungsbeträge, Bestellungen oder verbindliche Berichte erzeugt, kann eine dokumentierte Freigabe sinnvoll sein. Dabei muss klar bleiben, was eigentlich freigegeben wird.

Die Eingabedaten? Das berechnete Ergebnis? Die endgültige Ausgabedatei? Und was passiert, wenn nach der Freigabe noch etwas geändert wird?

Viele Excel-Lösungen scheitern nicht an fehlenden Funktionen. Sie scheitern daran, dass niemand zwischen Bearbeitung, Prüfung und Freigabe unterscheidet. Alles passiert in derselben Datei, mit denselben Rechten und ohne sichtbaren Status.

Schon kleine Verbesserungen können viel bewirken: Eingabefelder klar kennzeichnen. Formeln schützen. Prüfstatus anzeigen. Fehlerlisten erzeugen. Änderungen protokollieren. Ausgabe erst nach erfolgreicher Prüfung erlauben. Freigegebene Versionen eindeutig speichern.

Excel muss dafür nicht zu einem komplizierten Großsystem werden. Aber ein wichtiger Prozess sollte mehr Sicherheit haben als die Hoffnung, dass jemand am Ende noch einmal genau hinschaut.

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