Microsoft 365 kann fast alles. Das ist gleichzeitig seine größte Stärke und sein größtes Problem. Teams, SharePoint, Outlook, Excel, Forms, Lists, Power Automate, Power Apps, Planner. Für beinahe jede Aufgabe gibt es eine App. Und für fast jede App gibt es einen Kollegen, der sie „einfach mal ausprobieren" möchte.

So entsteht aber noch keine Automatisierung. Es entsteht häufig nur eine neue Landschaft aus Listen, Kanälen, Dateien und Benachrichtigungen. Sinnvolle Microsoft-365-Automatisierung beginnt deshalb nicht mit der Frage: Welche Funktionen haben wir lizenziert? Sondern: Welcher konkrete Ablauf soll weniger manuell, nachvollziehbarer oder schneller werden?

Zum Beispiel: Ein Formular erfasst eine Anfrage. Die Daten landen strukturiert in einer Liste. Eine zuständige Person wird informiert. Nach Freigabe wird ein Dokument erzeugt. Der Vorgang bekommt einen Status. Eine Erinnerung folgt, wenn nichts passiert. Das ist ein Prozess.

„Wir nutzen jetzt Teams" ist keiner.

Für den Mittelstand sind vor allem kleine, klar begrenzte Automatisierungen interessant:

  • Freigaben für Dokumente oder Anträge,
  • automatische Ablage eingehender Informationen,
  • Erinnerungen bei Fristen oder fehlenden Rückmeldungen,
  • strukturierte Erfassung über Forms oder Lists,
  • Benachrichtigungen aus SharePoint oder Excel-Daten,
  • Erzeugung wiederkehrender Dokumente,
  • Übergaben zwischen Fachabteilung und Verwaltung.

Aber auch kleine Lösungen brauchen Regeln. Wer ist verantwortlich? Wo liegt der führende Datenbestand? Was passiert bei Fehlern?

Wer darf den Ablauf ändern? Wie wird verhindert, dass fünf ähnliche Automatisierungen nebeneinander entstehen? Power Automate kann Prozesse verbinden. Es kann aber keine unklaren Verantwortlichkeiten reparieren. SharePoint kann Dateien zentral speichern. Es entscheidet aber nicht, welche Version fachlich richtig ist.

Teams kann Kommunikation bündeln. Es verhindert aber nicht automatisch, dass wichtige Entscheidungen nur in Chats verschwinden. Die Plattform ist stark. Aber sie braucht einen konkreten Zweck. Oft ist die beste Lösung nicht das große Digitalisierungsprogramm. Es ist ein einzelner Ablauf, der heute jede Woche nervt und morgen sichtbar besser funktioniert.

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Suchen Sie nicht zuerst nach einer Microsoft-365-Idee. Suchen Sie nach einem wiederkehrenden Medienbruch: E-Mail zu Excel, Formular zu Datei, Freigabe zu Ablage. Dort beginnt meist die sinnvollste Automatisierung.

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